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Unbekannt

8. Januar

Hossein Taebi

Mein Bruder war ein außergewöhnlich freundlicher und großzügiger Mensch. Er war herzlich, fröhlich und hatte immer den Wunsch, dass Familie und Freunde zusammenkommen und glückliche Momente miteinander verbringen. Für seine Schülerinnen und Schüler war er ein außergewöhnlich fürsorglicher und engagierter Lehrer. Manchmal war seine Stimme nach einem langen Unterrichtstag völlig erschöpft, doch wenn ein Schüler ihn anrief, erklärte er geduldig alles noch einmal. Er sagte immer: „Diese Schülerinnen und Schüler sind die Zukunft unseres Landes. Sie verdienen eine gute Zukunft.“ In unserer Familie machte er ständig Witze und brachte uns zum Lachen. Ganz gleich, welche Sorgen wir hatten – solange er bei uns war, vergaßen wir sie.

Alter
38
Stadt
Isfahan
Datum
2026-01-09
Alle Status
Familienbericht

Lebensgeschichte

Mein Bruder war ein außergewöhnlich freundlicher und großzügiger Mensch. Er war herzlich, fröhlich und hatte immer den Wunsch, dass Familie und Freunde zusammenkommen und glückliche Momente miteinander verbringen. Für seine Schülerinnen und Schüler war er ein außergewöhnlich fürsorglicher und engagierter Lehrer. Manchmal war seine Stimme nach einem langen Unterrichtstag völlig erschöpft, doch wenn ein Schüler ihn anrief, erklärte er geduldig alles noch einmal. Er sagte immer: „Diese Schülerinnen und Schüler sind die Zukunft unseres Landes. Sie verdienen eine gute Zukunft.“ In unserer Familie machte er ständig Witze und brachte uns zum Lachen. Ganz gleich, welche Sorgen wir hatten – solange er bei uns war, vergaßen wir sie.

Zusammenfassung

In der Nacht des 19. Dey gingen mein Bruder, meine Schwester, meine Töchter und ich in Richtung der Kreuzung Hasht Behesht, nahe dem Haus meiner Mutter in der Arasteh-Straße. Von einer Seitenstraße aus sahen wir, wie Sicherheitskräfte direkt auf Menschen schossen. Mein Bruder sagte zu uns: „Habt keine Angst, aber verlasst die Gasse nicht. Es reicht, dass wir hier zusammen sind und füreinander da sind.“ Etwa eine halbe Stunde später rief plötzlich jemand: „Die Beamten kommen!“ Wir rannten davon. Mitten in der Gasse fragte eine Frau meinen Bruder: „Welchen Weg sollen wir nehmen, damit sie uns nicht erwischen?“ Er antwortete: „Geht durch diese Gasse. Die anderen Straßen sind offen und führen zu den Hauptstraßen.“ Das war das letzte Mal, dass ich ihn sah, seine letzten Worte und das letzte Mal, dass ich seine Stimme hörte. Als wir das Haus meiner Mutter erreichten, warteten wir auf ihn. Meine Freundin und ich blieben bis 23:30 Uhr draußen, doch er kam nicht. Ich wusste nicht, wie ich meiner Mutter begegnen oder was ich ihr sagen sollte. Schließlich gingen wir hinein und warteten bis 00:30 Uhr, aber er erschien nicht. Danach fuhren meine Kinder und ich nach Hause. Beim Weggehen sah ich, dass die Kreuzung Hasht Behesht ruhig war und die Straßen bereits gereinigt worden waren, als wäre nichts geschehen. Das erschütterte mich und erfüllte mich mit großer Angst. Gegen 1:00 Uhr nachts funktionierten die Telefonleitungen wieder. Wir hörten endlich das Freizeichen seines Telefons, doch niemand nahm ab. Die ganze Nacht riefen wir an und glaubten, er sei festgenommen worden. In den folgenden zwei Tagen suchten meine anderen Brüder überall nach ihm. Schließlich sagte ihnen jemand, sie sollten mit seinem Ausweis nach Bagh-e Rezvan gehen. Dort sahen sie, was niemand jemals sehen sollte. Es geschah, was niemals hätte geschehen dürfen. Sie erkannten ihn an seinem Gesicht. Am nächsten Tag, Donnerstag um 11:00 Uhr, gingen wir zur Beisetzung. Wegen der vielen Trauernden wurde uns gesagt, dass die Beerdigung meines Bruders erst um 17:00 Uhr stattfinden könne. Die Atmosphäre dort war unbeschreiblich schmerzhaft. Nach der Totenwaschung wurde uns sein Leichnam übergeben. Sein schönes Gesicht wirkte wie gefrorenes Mondlicht. Seine Augen waren noch geöffnet, als würden sie sagen: „Wir haben diese grausame Welt mit Ehre verlassen.“ Erst dort wurde uns bewusst, wie groß er war – 186 Zentimeter. Um Menschenansammlungen zu verhindern, wollten sie ihn mit einem Krankenwagen bis zum Grab bringen. Doch weil das Grab ganz in der Nähe lag, durften wir ihn nach langem Bitten zu Fuß dorthin tragen. Es war bereits kurz vor Sonnenuntergang, und man ließ uns kaum Zeit, ihn noch einmal zu sehen. Alles ging sehr schnell. Es brach mir das Herz zu sehen, dass selbst das Grab für seinen großen Körper kaum auszureichen schien.

Gedenkerzahlung

Er war das Nesthäkchen der Familie, unser ganzer Stolz und die gute Seele unserer Familie.