
7. Januar
Fahimeh Najjar Ajam
Fahimeh war eine fröhliche und energiegeladene junge Frau. Sie hatte einen Bachelorabschluss in Rechnungswesen, interessierte sich jedoch mehr für eine selbstständige Tätigkeit als für eine Bürolaufbahn. Gemeinsam mit ihrem Bruder arbeitete sie als Partnerin in seiner Konditorei. Gleichzeitig lernte sie Fremdsprachen, darunter auch Koreanisch, und plante, innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre auszuwandern. Doch über all ihren persönlichen Zukunftsplänen stand ein anderes Ziel: ein freies und stolzes Iran. Dieses Ziel war ihr wichtiger als alles andere. In jener Nacht ging sie hinaus, obwohl sie wusste, dass es vielleicht kein Zurück geben würde – um ihre Stimme für Freiheit und Würde zu erheben.
- Alter
- 30
- Stadt
- Azadshahr
- Datum
- 2026-01-08
- Alle Status
- Familienbericht
Lebensgeschichte
Fahimeh war eine fröhliche und energiegeladene junge Frau. Sie hatte einen Bachelorabschluss in Rechnungswesen, interessierte sich jedoch mehr für eine selbstständige Tätigkeit als für eine Bürolaufbahn. Gemeinsam mit ihrem Bruder arbeitete sie als Partnerin in seiner Konditorei. Gleichzeitig lernte sie Fremdsprachen, darunter auch Koreanisch, und plante, innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre auszuwandern. Doch über all ihren persönlichen Zukunftsplänen stand ein anderes Ziel: ein freies und stolzes Iran. Dieses Ziel war ihr wichtiger als alles andere. In jener Nacht ging sie hinaus, obwohl sie wusste, dass es vielleicht kein Zurück geben würde – um ihre Stimme für Freiheit und Würde zu erheben.
Zusammenfassung
In der Nacht des 18. Dey schloss sich Fahimeh in Azadschahr in der Provinz Golestan anderen Demonstrierenden in der Shahroud-Straße nahe dem Justizgebäude an. Zunächst verlief alles ruhig. Gegen 22:00 Uhr fielen jedoch Schüsse. Ein junger Mann wurde nach dem geschilderten Bericht durch ein Schrotgeschoss am Bein verletzt und blutete stark. Er humpelte zu Fahimeh, die ihren Schal abnahm und seinen Freunden gab, damit sie seine Wunde verbinden konnten. Anschließend bewegte sich die Menschenmenge in Richtung Gorgan-Straße. Fahimehs Schwester, die an diesem Abend bei ihr war, bat sie, gemeinsam zurückzugehen. Fahimeh antwortete: „Nein, wir dürfen die Menschen nicht allein lassen. Im schlimmsten Fall werden wir von Schrot getroffen.“ Weniger als fünfzehn Minuten später wurde das Schussfeuer deutlich heftiger. Nach dem geschilderten Bericht wurde nun scharfe Munition eingesetzt. Fahimeh wurde von drei Kugeln getroffen – am Bein, in der Seite und ins Herz – und verlor ihr Leben. Ihr Leichnam wurde in das Hazrat-Masoumeh-Krankenhaus in Azadschahr gebracht. Erst nach einer Woche und zahlreichen Bemühungen der Familie wurde ihr Körper freigegeben. Sie wurde um sechs Uhr morgens, noch vor Sonnenaufgang, in aller Stille und im Beisein von nur zehn Angehörigen beigesetzt.
Gedenkerzahlung
Mit meinem Herzblut habe ich dich großgezogen; der Heimat habe ich dich anvertraut.